Sport06.10.2025

Aktiv durch den Winter – Nachhaltig und vegan

Sportlicher Genuss bei Schnee und Eis, aber mit möglichst kleinem ökologischem Fußabdruck? Immer mehr Wintersport-Destinationen passen sich der wachsenden Nachfrage nach umweltbewussten Möglichkeiten an und offerieren vermehrt vegane Speisen.

Gesichter zweier Personen in einer Winterlandschaft, die Schnee aus den Händen pusten

Wintermomente

Bereits der Gedanke an blendend-glitzernde Landschaft, klirrende Kälte und lautlos fallende Schneeflocken kann ein Gefühl von Frieden und Klarheit auslösen. Warm eingepackt und die Hände von einer Tasse dampfend-heißem Tee gewärmt, scheint der Augenblick perfekt. Doch solche Wintermomente werden seltener. Aufgrund des Klimawandels werden die Winter wärmer und schneeärmer, Landschaften sind zerschnitten und gesprenkelt von Autos und Tourist:innen, die Stille wird zerrissen von Après-Ski-Musik, Pistenraupen und Schneekanonen.

Wildtiere

Dabei leiden längst nicht die Menschen am meisten unter diesen Veränderungen. Klassische Skipisten und ihre dazugehörige Infrastruktur – Zubringerstraßen, Parkplätze, Lift- und Hotelanlagen – bedeuten enormen Stress für die Natur und ihre Bewohner:innen. Es gibt immer weniger zusammenhängende Waldgebiete, in denen Wildtiere ein sicheres Zuhause finden könnten. Viele Tiere – wie Rehe, Rotwild, Gämsen, Schneehasen und Vögel – verlangsamen im Winter ihren Stoffwechsel, um der Kälte standzuhalten. Aufgeschreckte Tiere verbrauchen bei der Flucht wertvolle Energiereserven und sterben infolgedessen oft an Erschöpfung. Im Winter ist das rücksichtsvolle Verbleiben der Menschen auf ausgewiesenen Menschenpfaden für Wildtiere überlebenswichtig.

Nachhaltig aktiv

Für wintersportbegeisterte Menschen gibt es viele Möglichkeiten, ihren negativen Impact zu minimieren. Dazu zählen eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, das Verbleiben auf Menschenwegen und ein Fokus auf Sportarten, die mit weniger negativen Einflüssen auf die Umwelt einhergehen, beispielsweise Schneeschuhwandern, Langlaufen, Rodeln und Eislaufen. Wer auf gebrauchtes oder geliehenes Equipment zurückgreift, infrastrukturintensive Hotspots meidet und bewusst umweltfreundliche Angebote – wie pflanzliche Speisen – wählt, fördert die ökologische Entwicklung nachhaltig.

Öffentliche Anreise

Jeder Bahn-Kilometer ist 15-mal klimafreundlicher als ein Kilometer mit dem Auto. Die ÖBB bieten eine Vielzahl von Kombitickets für den Skiurlaub an. Hier sind Bahnfahrt und Skipass bereits kombiniert und oft sind auch Transfers mit ÖBB-Regionalbussen inkludiert. Beliebte und mit Bahn und Bus gut erreichbare Skigebiete sind der Arlberg, das Zillertal, Schladming-Dachstein, Snow Space Salzburg und Zell am See-Kaprun.

Alternativen von Rodeln bis Eistauchen

Das Projekt Alpine Pearls – ein Zusammenschluss von 28 alpinen Ferienorten, die sich umweltfreundlichen Tourismus zum Programm gemacht haben – umfasst in Österreich die Regionen Mallnitz, Weissensee und Werfenweng. Der Naturpark Weissensee gilt als Modellregion für nachhaltige Entwicklung: An dem zu zwei Dritteln unverbauten Ufer des Weissensees donnern keine Autos entlang, dafür gibt es ein ausgebautes öffentliches Mobilitätsangebot. Die Wintersportangebote reichen von Skifahren über Alternativen wie Winter- und Schneeschuhwandern, Langlaufen, Rodeln, Eis- und Eisschnelllaufen bis hin zum Eistauchen. Direkt am See liegt zudem das Strandhotel Weissensee, Österreichs erstes vegan-vegetarisches biologisches 4-Sterne-Hotel. Wer lieber unterwegs am Berg einkehrt, kann die Naggler Alm ansteuern, die jeden Tag zumindest auch eine vegane Option anbietet. Nach einer herzhaften Stärkung lässt sich der Winterzauber gleich noch ausgiebiger genießen.

Einkehren und Übernachten

Im Sommer finden Outdoorbegeisterte beim Einkehren schon recht häufig vegane Speiseoptionen, wie unsere Liste zum veganen Angebot in Hütten zeigt. Auch im Wintersportbereich gibt es nun einen Aufwärtstrend. Zwar ist ist ein Anruf vor dem Aufstieg zu einer Hütte nach wie vor empfehlenswert, doch die steigende Nachfrage lässt zunehmend ein entsprechendes Angebot entstehen. Eine jener Hütten, die ganz selbstverständlich pflanzliche Speisen anbieten, ist die im UNESCO-Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein liegende – und auch öffentlich recht gut erreichbare – Gjaid Alm. Auf 1.738 Metern freuen sich Besucher:innen über pflanzliche Bio-Spezialitäten wie Cremesuppen, Erdäpfel-Gemüse-Schmarrn, Erdäpfelkas-Brot mit frischem Schnittlauch und Tomaten-Pesto-Toast. Seltenheitswert hat das reichhaltige vegane Frühstück der Gjaid Alm, das für Übernachtungsgäst:innen Tee oder Kaffee, Gebäck, Margarine, hausgemachte Marmeladen, Gemüsesticks, frisches Obst und Säfte umfasst. So lässt es sich perfekt gestärkt in den neuen Wintertag starten.

Selbstverpflegung und Proviant

Für die ideale Verpflegung an einem aktiven Wintertag ist es besonders vorteilhaft, die Thermogenese des Körpers zu fördern, also Lebensmittel zu sich zu nehmen, die von innen wärmen. Das sind vor allem gesunde Fette, Proteine und komplexe Kohlenhydrate. Wer eine Unterkunft mit Kochmöglichkeit zur Verfügung hat, tut sich mit warmen Mahlzeiten wie Porridge, Eintöpfen und Suppen aus wärmenden Gemüsen und Gewürzen viel Gutes. Für die Stärkung zwischendurch soll der Proviant gut sättigen, schnelle Energie liefern, leicht zu transportieren sein und dabei nicht gefrieren. Empfehlenswert sind wasserarme und fetthaltige Lebensmittel wie Nüsse, Vollkornbrot, Trockenfrüchte, Müsliriegel und ein Stück Schokolade. Wer jetzt noch regelmäßig trinkt – am besten wärmende Getränke aus der Thermosflasche – versorgt seinen Körper ideal.

Pause machen, die dampfende Atemluft beobachten, den Blick über Winterlandschaften schweifen lassen, tief durchatmen und sich an einer wohltuenden Jause stärken: Da ist er dann doch wieder, der perfekte Wintermoment.

Mehr als Pommes und Salat – vegane Einkehrmöglichkeiten in beliebten österreichischen Wintersportgebieten entdecken!

Mit einer Ferienwohnung und somit eigener Koch- und Selbstverpflegungsmöglichkeit sind vegane Wintersportler:innen noch immer auf der sicheren Seite. Dennoch gibt es inzwischen zahlreiche Optionen an veganen Einkehr- und attraktiven Übernachtungsmöglichkeiten. Frühstückscafés, Skihütten, Pistenlokale, Pensionen, Hotels und Restaurants gehen – vor allem in größeren Wintersportgebieten – bereits verstärkt auf die Nachfrage nach pflanzlichen Speisen ein und bieten klar deklarierte pflanzenbasierte Gerichte an. In kleineren Gebieten ist ein aktives Recherchieren und Anfragen vorab oft noch notwendig – doch je mehr angefragt wird, desto mehr wird sich das Angebot auch anpassen.

Pommes und Salat sind – als Notlösung – fast überall auch vegan erhältlich. Doch es gibt auch Lichtblicke in Form von bunten Bowls, saftigen Burgern, hausgemachter Pasta, knusprigem Apfelstrudel und dampfendem Kaiserschmarrn.

Als Inspiration und Ermunterung zum Ausprobieren haben wir uns in einigen Wintersportgebieten umgesehen und eine kleine Auswahl an Einkehroptionen zusammengestellt.

Wir wünschen viel Freude beim winterlich-genüsslichen Erkunden!

Ergänzungen und Geheimtipps nehmen wir über info@vegan.at sehr gerne entgegen!

Eine Kurzfassung dieses Artikels ist in unserer VEGAN.AT-Ausgabe 44 erschienen.

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